Zwei Romane

Die Illusion der Wolkenschieber

Auch Illusionen und Träume geben uns die Kraft, das Weite zu suchen und das Gewohnte zu verlassen. Vom Marktplatz einer kleinen Stadt über den Campus einer Universität bis zum bretonischen Cap Fréhel führt der Weg von zwei Freunden und ihren "petites amies". Am Ende dieser mehrmaligen Reise über drei Jahrzehnte sind sie andere geworden. Ihre Wege haben sich getrennt, ihre Freundschaft hält.

Enttäuschungen und Sehnsüchte führen zum Streit und sind ihnen doch gemeinsam. Alte Liebe hält dem Stand. Beruf und Familie fordern ihren Tribut. Neue Liebe lockt. Die Welt hat sich verändert. Und die Träume der nachgewachsenen Generation sind andere als die der mittlerweile Alten, und sie gleichen sich vielfach doch.

Was 1977 mit der ersten Frankreich-Tour in einem klapprigen R4 begann, endet 2007  mit einem wunderbaren Abend im Kreis alter und neuer Freunde.

Albert Engelhardt, Die Wolkenschieber oder Drei Sommer am Cap, BoD 2018, 412 Seiten, 12,90 Euro (E-Book 9,49 Euro), ISBN 978-3-7528-2828-3. Zu beziehen über: www.bod.de/buchshop

und in jedem guten Buchladen.


Leseeindrücke: Wolkenschieber

„Besonders beeindruckt haben mich die Begegnung zwischen A. und Jules (Zweifel und Verzweifeln) und die Beschreibung des Dicken Daumens (was dieser Stein so alles erlebt haben mag). Auch die Gedanken zu den Leerräumen (zwischen Bierdeckeln, Markstücken und Sandkörnern) oder zum Formationswechsel (Wolken, Gesellschaft) fand ich ausgefallen (…) Noch ein Eindruck zur diffizilen und aufrichtigen Männerfreundschaft zwischen A. und B.: sehr realistisch, auch das Gefühl von C., davon ausgeschlossen zu sein.“

Regina P., Rottenburg

 

„Am Anfang haben mich die vielen Attribute gestört, die geradezu jedem Substantiv zugeordnet sind. Weiß nicht, ob ich mich im Laufe des Lesens daran gewöhnt habe – oder ob es später weniger geworden sind. (…) Insgesamt war es ein Spaß, das Buch zu lesen, und ich habe mir auch schon zum Verschenken an ‚alte Freunde‘ Nachschub bestellt.“

Heike H., Ludwigshafen

 

„Sehr gefallen hat mir der Schluss, wo die Stille durch das Zittern der Pappeln durchbrochen wird. Toll auch das Bild von den Zwischenräumen, die keine Leerräume sind. Gefallen hat mir das Bild von all dem Unausgesprochenen, dem Schwemmsand, in dem Connie fürchtet zu versinken. Und ebenfalls Connie, die die glücklichste oder die unglücklichste Frau der Welt wäre, wenn sie sich damals auf Dora eingelassen hätte, und nun beides nicht ist. Ein Gedanke, der mich inspirierte, wie auch das Bild von den Fischern, denen ihre gelben Schürzen und Gummihandschuhe irgendwie das Männliche nahmen.“

Holger Oe., Hollenstedt

 

„Einige Passagen fand ich verstörend (der Mann, der sich aufhängt; die Pornokiste, die Kriegsbilder enthält; Bennos Verschwinden), doch sie regen zum Nachdenken an. (…) Die Landschaftsbeschreibungen fand ich exzellent. Optimistisches Ende. Das gefällt mir.“

Doris E., Auckland

 

Preisrätsel für aufmerksame Leseratten

Meine beiden Romane – Wolkenschieber oder Drei Sommer am Cap und Das andere Land oder Siesta am Kanakenbunker – haben „eigentlich“ nichts miteinander zu tun. Und doch tauchen einige Figuren in beiden Geschichten auf oder werden dort zumindest namentlich erwähnt. Um wen handelt es sich?

Wer mir zuerst die Namen der Personen via Kommentar oder per E-Mail nennt, der oder die bekommt meinen im Frühjahr erscheinenden Erzählungen-Band geschenkt.

 

Das andere Land und die Anderen

1990. Eine junge Frau kommt im Frankfurter Stadtteil Bockenheim zu Tode. Unfall oder Mord? Drei Männer geraten in Verdacht. Sie kannten bis zu dieser Septembernacht die Tote nur flüchtig oder  garnicht. Auch die drei Männer hatten sich erst am Nachmittag auf einem Straßenfest und während des anschließenden Kneipenabends kennengelernt. Es sind Frauen, die sich um das Gedenken und die Aufklärung des Kriminalfalls bemühen. Vergebens.

2015. Der viele Jahre zurückliegende Todesfall erregt erneut die Gemüter. Es ist von einem  Roman die Rede, der die Stunden und Tage vor dem vermeintlichen Mord minutiös beschreibt. Die drei ehedem verdächtigten Männer geraten  ins Visier eines ehemaligen Kriminalbeamten. In Maastricht und Hamburg, Berlin und Manavgat und natürlich immer noch in Bockenheim machen sich der Ermittler und die drei Männer getrennt von einander auf die Suche. Ihre Erinnerungen sind verblasst, ihr Gewissen meldet sich. 

1990/2015. Nicht nur zahlreiche unmittelbar oder indirekt Beteiligte verbinden die Jahre 1990 und 2015. Auch das, was landläufig "die Flüchtlingsfrage" oder noch ausgrenzender "die Asylantenflut" genannt wird und das Land und seine Menschen auf die Probe stellt, gehört zu den zweieinhalb Jahrzehnten, die mein Roman Das andere Land oder Siesta am Kanakenbunker  (ISBN 978-3-7412-7576-0, BoD 2019, 487 Seiten, 14,90 Euro (E-Book 9,99 Euro) durchschreitet. Es überrascht, wie wenig neu manche gegenwärtig so heftig umstrittene Herausforderung ist. Und es gibt zu denken, dass Humanität, Menschenrechte und Solidarität heute aktiver und sichtbarer als vor 25 Jahren gelebt und verteidigt werden müssen.

 

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